Eine größere Öffnung in der Betondecke, in einem Haus, in dem weiter gewohnt wird: Das war unser Auftrag in einem Einfamilienhaus im Ostallgäu. Im Juni 2024 haben wir dort die Geschossdecke zum Dachgeschoss geöffnet, inklusive Abfangung. Nach zwei Arbeitstagen war die Öffnung fertig. Die Betonteile haben wir ausgesägt, mit Spitzlift und elektrischem Kettenzug herausgehoben und in den Container gebracht.
Projekt auf einen Blick
Ort: Einfamilienhaus im Ostallgäu | Zeitpunkt: Juni 2024 | Dauer: 2 Arbeitstage | Leistung: Deckenöffnung inklusive Abfangung | Verfahren: Wandsäge und Kernbohrung, Betonteile per Spitzlift und Kettenzug gehoben | Aufmaß: vorab vor Ort, April 2024
Die Ausgangslage
Zwei Monate vor dem Termin waren wir zum Aufmaß im Haus. In der Decke gab es bereits eine schmale Öffnung, durch die eine Leiter ins Dachgeschoss führte. Sie maß rund 70 × 140 cm. Diese Öffnung sollte um rund 80 cm verbreitert werden. Die Betondecke war an der Öffnungskante rund 16 bis 17 cm stark.
Das Dachgeschoss war noch im Rohzustand. Im Geschoss darunter wurde gewohnt. Für uns hieß das: sauber arbeiten, nichts nach unten fallen lassen, Wasser und Schlamm im Griff behalten.
Vorbereitung: abkleben, abdecken, auffangen
Bevor die Säge läuft, wird abgeklebt. Die Ränder des Arbeitsbereichs haben wir mit Klebeband und Folie gesichert, die Öffnung nach unten mit Folie ausgekleidet und unten Schutzplatten ausgelegt. Für Wasser und Schlamm standen eine Mörtelwanne und ein Sauger bereit.

Die Wandsäge läuft auf einer Schiene direkt auf der Decke. Rechts die Kernbohrungen, vorne der Saugschlauch, am Rand das grüne Abklebeband.
Sägen mit der Wandsäge
Die Decke haben wir mit einer Wandsäge geschnitten. Die Säge läuft auf einer Führungsschiene, die auf der Decke befestigt wird. So entstehen gerade Schnitte, ohne Stemmen.
Die Wandsäge arbeitet mit Wasser. Das Wasser kühlt das Diamantsägeblatt und bindet den Staub. Den Schlamm haben wir direkt auf der Decke abgesaugt. Zusätzlich haben wir Kernbohrungen gesetzt. Sie sind auf den Fotos als runde Löcher zu sehen.


Links: Wandsäge und Spitzlift stehen nebeneinander an der Öffnung. Rechts: Der Kettenzug ist an einem ausgesägten Betonteil angeschlagen.
Heben statt fallen lassen: Spitzlift und Kettenzug
Ein ausgesägtes Stück Betondecke ist schwer. Deshalb haben wir die Decke in Teilen ausgesägt und die Teile kontrolliert herausgehoben. Dafür stand ein Spitzlift auf der Decke: ein kleiner Kran, dessen Fuß auf der Decke verschraubt wird. Daran hing ein elektrischer Kettenzug.
Das Betonteil wird angeschlagen, angehoben und auf der Decke abgesetzt. Von dort ging es in den Container. So muss nichts in den Raum darunter fallen.

Ein Betonteil hängt am Kettenzug. Darunter: Folie an den Wänden und Platten auf dem Boden.
Ausgesägt, gehoben, in den Container. Zwei Arbeitstage.
Das Ergebnis
Nach zwei Arbeitstagen war die Öffnung fertig, so wie im Angebot beschrieben. Die Schnittkanten sind gerade, der Rand ist sauber.


Die fertige Öffnung: links von oben im Dachgeschoss, rechts der Blick hinein auf die Schnittkanten.
Was Sie für Ihr eigenes Projekt mitnehmen können
- Erst messen, dann planen: Wir schauen uns die Decke vorab an, vor Ort oder anhand Ihrer Fotos. So steht der Ablauf, bevor der erste Schnitt fällt.
- Statik zuerst: Bei einer tragenden Decke legt ein Statiker fest, wie groß die Öffnung sein darf und wie sie abgefangen wird. Wir arbeiten nach diesen Vorgaben.
- Bewohntes Haus ist kein Hindernis: Mit Abkleben, Folie und Schutzplatten bleibt der Schmutz dort, wo gearbeitet wird.
- Die Dauer hängt von der Decke ab: Diese Öffnung war in zwei Arbeitstagen fertig. Größe, Deckenstärke und Zugang bestimmen, wie lange es bei Ihnen dauert.
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