Was passiert, wenn ein Autoliebhaber seine Werkstatt nicht nur funktional, sondern als echten Showroom denkt? Genau das war die Aufgabe bei KFZ Schaar in Augsburg. Das Ziel: Ein Boden, der Oldtimer, Motorräder und eine Bar-Lounge in Szene setzt. Kein Fliesenraster, kein Epoxid-Einheitsbrei, sondern geschliffener Beton mit Charakter.
Die Ausgangslage
Der Raum war alles andere als Standard: Eine großzügige Halle mit hohen Decken, Holzbalken und einer Mischung aus Werkstatt und Showroom. Geplant war ein offener Bereich mit Bar, Lounge und Stellplätzen für Sammlerstücke. Der Boden musste mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen:
- Beständig gegen Reifenabrieb, Öl und Bremsflüssigkeit
- Optisch hochwertig genug für einen Showroom mit Publikumsverkehr
- Spiegelnd genug, um die Hexagon-LED-Deckenbeleuchtung zu reflektieren
- Pflegeleicht und langlebig im täglichen Betrieb

Unser Monteur begutachtet die Halle vor Arbeitsbeginn
Unser Vorgehen
Schritt 1: Untergrundanalyse
Bevor geschliffen wird, analysieren wir den Bestand. Bei KFZ Schaar war der Rohbeton in gutem Zustand, aber uneben. Kleinere Risse und Poren mussten vor dem Schleifen verspachtelt werden, damit die Oberfläche am Ende gleichmäßig wird.


Die Ausgangssituation: Rohbeton mit Reifenspuren und Unebenheiten. Rechts: Die Maschine steht bereit.
Schritt 2: Grobschliff
Im ersten Durchgang kommt die schwere Maschine zum Einsatz. Mit grobkörnigen Diamantwerkzeugen werden die obersten Millimeter abgetragen. Unebenheiten verschwinden, die Zuschlagstoffe im Beton werden freigelegt. Hier entscheidet sich die spätere Optik.

Die Tyrolit-Schleifmaschine bei der Arbeit: Kreisförmige Schleifspuren zeichnen den Fortschritt nach
Schritt 3: Feinschliff
Mit unseren Tyrolit-Schleifmaschinen haben wir den Boden in vier Durchgängen bearbeitet. Vom groben Abtrag (Körnung 30) bis zum Feinschliff (Körnung 3000). Jeder Durchgang bringt den Beton einen Schritt näher an die gewünschte Glätte. Zwischen den Durchgängen wird die Fläche gereinigt und geprüft.


Links: Unser Monteur prüft die Diamantwerkzeuge. Rechts: Die Schleifpads, die den Unterschied machen.
Schritt 4: Qualitätskontrolle
Zwischen den Schleifgängen wird jeder Quadratmeter per Hand geprüft. Die Oberfläche muss sich gleichmäßig anfühlen, keine Kratzer oder unebenen Stellen aufweisen. Erst wenn die Qualität stimmt, geht es zum nächsten Durchgang.


Jeder Quadratmeter wird per Hand auf Gleichmäßigkeit geprüft
Schritt 5: Imprägnierung und Versiegelung
Nach dem letzten Schleifdurchgang wurde der Boden mit einer Spezialimprägnierung behandelt. Diese dringt tief in den Beton ein und schützt dauerhaft gegen das Eindringen von Flüssigkeiten. Gerade in einer Werkstatt mit Öl, Bremsflüssigkeit und Reinigungsmitteln ist das entscheidend.
Der Boden sollte nicht nur funktionieren. Er sollte der erste Eindruck sein, wenn jemand den Raum betritt.
Das Ergebnis
Nach knapp einer Woche Arbeit war der Boden fertig. Das Ergebnis: eine spiegelglatte, dunkel schimmernde Oberfläche, die das Licht der Hexagon-LEDs perfekt reflektiert.

Das Team vor dem fertigen Ergebnis: Der Boden reflektiert wie ein Spiegel
Der Boden verbindet die verschiedenen Zonen des Raums visuell miteinander: Werkstatt, Showroom und Bar fließen nahtlos ineinander.

Der fertige Boden mit einem Hot Rod Pickup auf der Hebebühne
Besonders eindrucksvoll: Die Reflexionen der Hexagon-Deckenlichter auf dem Boden erzeugen einen räumlichen Tiefeneffekt, der den Showroom größer wirken lässt. Der Camaro SS, die Harley-Davidson und der Hot Rod Pickup stehen auf einer Bühne, ohne dass eine gebaut werden musste.


Links: Lichtreflexionen auf der Oberfläche. Rechts: Detailaufnahme der freigelegten Zuschlagstoffe.

Der Bar-Bereich mit LED-beleuchteter Theke auf geschliffenem Beton
Fazit: Wenn der Boden zum Designelement wird
Das Projekt bei KFZ Schaar zeigt, was geschliffener Beton kann, wenn er richtig ausgeführt wird. Es geht nicht nur um eine ebene Fläche. Es geht um eine Oberfläche, die den gesamten Raum aufwertet und den Charakter des Projekts unterstreicht.
Geschliffene Betonböden eignen sich besonders für Projekte, bei denen Ästhetik und Belastbarkeit zusammenkommen müssen: Garagen, Showrooms, Restaurants, Lofts oder Gewerbeflächen. Bei KFZ Schaar haben wir bewiesen, dass ein Boden mehr sein kann als Untergrund.
